Krone des Friedens
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Lettre aux Amis du Monde numéro 101

Als ich ein Kind war, sagte meine Mutter immer: „Auf Gewalt muss man mit Frieden antworten“, und: „Wenn wir Freunde finden, die den Frieden lieben, sollten wir gemeinsam versuchen, andere damit anzustecken.“ Ich erinnere mich noch an den Tag, an dem sie zu Hause eine große schwarze Tafel angebracht hat mit der Aufschrift „Friedens- und Liebestafel“. Darauf hatte jedes Kind eine eigene Spalte. Bei einem Abendessen gab sie uns die Anleitung dazu: „Jedes Mal, wenn einer von euch einem anderen etwas Gutes tut, einen Streit schlichtet oder einem Freund hilft, macht er einen Strich in seiner Spalte. Wer von euch am Ende der Woche die meisten Striche hat, darf dann die Friedenskrone tragen.“ Auf diese Weise haben meine Schwestern und ich dank unserer Mutter ein Friedensnetz in unseren Schulen und unter unseren Freunden geknüpft.

Als ich dann größer wurde, habe ich mit meinen Freunden einen Verein mit dem Namen „Jungunternehmer von Bonassama“ aufgebaut. Er besteht aus Jugendlichen, die den Wunsch in sich tragen, bürgerliches Engagement unter jungen Leuten zu fördern. Wir organisieren Workshops und Besuche in ihren Wohnvierteln, um sie zum Dialog zu befähigen, zum Hinhören und Verstehen anderer, zur Achtung unterschiedlicher Standpunkte und zu einem Leben in dieser Vielfalt.

Es ist uns zum Beispiel bewußt, dass Erziehung ein wesentliches Element der Entwicklung ist. Jugendliche und Kinder aus prekären Verhältnissen haben es wirklich schwer, Zugang zu Bildung zu finden, aufgrund der Armut oder einfach, weil das Bewusstsein fehlt, dass die Schule wichtig ist. Wir bieten ihnen Aktivitäten an, bei denen sie den Spaß, den Wert und die Vorteile begreifen, die die Schule bringen kann. Die Sensibilisierung geschieht auch durch Gespräche mit den Eltern, besonders den Frauen, über die wichtige Rolle, die sie bei der Vermittlung von Werten für ihre Kinder spielen.

2018 hat sich der Verein die Jugendgruppen als Ziel vorgenommen, da die Schwierigkeiten bei der wirtschaftlichen und sozialen Eingliederung die Jugendlichen großen Gefahren aussetzen: Gangs und Terrorbanden, Rauschgift und Alkohol, Prostitution usw. Wir haben daher Sensibilisierungskampagnen über die sozialen Netzwerke gestartet, aber auch in den Wohnvierteln des Stadtbezirks von Douala. Insgesamt konnten wir 1000 Jugendliche in Douala und 10.000 über die sozialen Netzwerke sensibilisieren.

Martinien M., Jungunternehmer von Bonassama, Cameroon