Chaque attitude, chaque geste compte pour combattre la misère et l’exclusion. Il existe de multiples manières d’agir, quelles que soient nos compétences et notre disponibilité. Ces messages, ces témoignages sont l’expression d'un engagement personnel autant que collectif avec d'autres citoyens. N’hésitez pas à apporter votre contribution.

Les témoignages sont publiés sous la responsabilité de leur auteur. Ils sont soumis à validation : ils ne seront publiés que s’ils respectent, sur la forme et sur le fond l’esprit de cette journée tel que défini dans la Charte internationale 17 octobre.

 

17/10/2020-Wortbeitrag eines armutsbetroffenen Mannes bei der Feierstunde in Naila/Ober­franken

Wortbeitrag eines armutsbetroffenen Mannes bei der Feierstunde in Naila/Ober­franken zum Thema „Gemeinsam soziale Gerechtigkeit beim Klimaschutz erreichen!“:

Wenn die Spezies Mensch sich weiterhin so unkontrolliert vermehrt und ausbreitet, hat die Natur keine Chance. Dann ist auch der Mensch als Teil der Natur am Ende. Früher habe ich das halt mitgekriegt, neben der Arbeit. Jetzt habe ich Zeit, darüber nachzu­denken. Die Erde, die Natur gibt dir alles, was du brauchst. Du lebst doch von der Erde! Es ist schwer, es den Leuten beizubringen. Die sehen nicht ein, dass sie die eigenen Lebensgrundlagen zerstören. Die Kinder von „Fridays for Future“ haben schon Recht. Die müssen es ausbaden. Und was können die Indianer in Südamerika dafür, wenn bei ihnen nach Öl gebohrt wird, und dieses läuft aus? Oder wenn ihr Regenwald gerodet wird, um Palmöl-Plantagen anzulegen? Bei uns müssen die kleinen Bauern viel aus­baden.

Es ist ein Teufelskreis – das zehnte Weltwunder müsste passieren, um ihn noch aufzu­halten. Und wir alle tragen zu dem Kreislauf bei – jeder, auch der Kleine… auch das Mofa, das ich brauche, weil ich fürs Laufen und Radfahren nicht mehr genug Puste habe. Manche „brauchen“ sogar zwei Fahrzeuge. Warum ein SUV? Warum reicht kein norma­les Auto? Aber wer Geld hat, kann es ausgeben, wofür er will. „Klimagerechtigkeit“? „Dass jeder Mensch das gleiche Recht hat, die Erd-Atmosphäre zu nutzen, ohne sie zu stark zu belasten“? Das sind Wunschträume! Wie sollte man das durchsetzen? Das wäre ein Eingriff in die Freiheitsrechte. Als ich auf der Straße war, habe ich mir schon einen Gutschein vom Pfarramt geholt. Aber sonst? Du kannst doch mir nicht vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe. Jeder muss schauen, wie er mit seinen Pfennigen klarkommt.

Der Regelsatz ist eh zu niedrig. Du kannst damit nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Bei Umfragen sagen viele „ich komme zurecht“, weil sie sich keine Blöße geben wollen. Viele trauen sich nicht einmal, zum Amt zu gehen und Grundsicherung zu beantragen. Die Pflegekräfte, denen sie so zugejubelt haben, müssen streiken, damit sie Kohle kriegen. Nicht einmal für die haben sie was übrig. Die Kleinen halten sie an der kurzen Leine, und den Großen schieben sie es in den Rachen hinein. Das kannst du nicht ändern. Sonst müsstest du das Gesellschaftssystem umkrempeln. Da spielt nicht einmal der mit, der nichts hat. Denn der denkt: Dann kriege ich gar nichts mehr. Denn die Reichen würden ihr Geld ins Ausland bringen. Dann hätte der Staat gar keine Einnah­men mehr.

Wenn der Co2-Preis auf den Benzinpreis draufgeschlagen wird, dann kann der Kleine sein Fahrzeug stehen lassen. Dann trifft es wieder den Verkehrten. Dem Großkopferten ist es egal. Er kann das zahlen. Damit meine ich den Firmenchef, der der Politik vor­schreibt, was sie zu tun hat, mit dem Druckmittel Arbeitsplätze.

Bei mir zieht’s im Winter durch. Denn über mir ist der nicht gedämmte Dachboden. Im Sommer Sauna, im Winter Eiskeller – so kenne ich das. Wenn ich könnte wie ich wollte… Mir fällt es immer noch nicht leicht, mich damit abzufinden. Aber ich muss das Beste draus machen. Das ist ein Lebenskampf.

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Annette