Gute Beziehungen aufrechterhalten und für andere sorgen
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Lettre aux Amis du Monde numéro 103

Die «Ausbildung zur sozialen und kulturellen Mediation» wurde in Bangui 2016 ins Leben gerufen, mit folgender Grundidee: «Ermuntern wir die bereits in ihrem  Gemeinwesen engagierten jungen Menschen dazu, ihr Engagement den Schwächsten zuzuwenden - und das mit unseren Erkenntnissen und Methoden aus der Lehrlingsausbildung, die darauf basieren, dass das, was erarbeitet wird, auch gelingen soll.»

Diese Ausbildung hat ATD Vierte Welt zusammen mit weiteren Partnern, einer davon ist ACFPE, die ‘Agentur Zentralafrikas für Berufsausbildung und Arbeitsvermittlung’, ins Leben gerufen. Die soziokulturellen Mediator*innen entwickeln in diesem Lehrgang ihre Fähigkeiten, soziale Beziehungen mit Personen, die täglich der Gewalt der Armut ausgesetzt sind, einzugehen oder wiederanzuknüpfen. Das Ziel ist ihre Teilhabe am sozialen (Markt, Organisationen, Gesundheitszentren, Behördengänge, etc...) und kulturellen Leben (Schulen, Einrichtungen für die Jugendlichen, Medien etc...). Es soll ein Land entstehen, das niemanden zurücklässt. Deshalb haben die Mediatoren die Grundhaltung eingeübt, sich gegenüber jenen zu öffnen, die außerhalb der Gesellschaft stehen, im Blick auf ein dauerhaftes berufliches oder ehrenamtliches Engagement, das auf Kenntnis der Lebenswirklichkeit in der Armut und Praxiserfahrung vor Ort basiert.

Heute, mit der Pandemie von Covid-19, die mit der Zeit alle Länder betreffen wird, haben die jungen Mediator*innen begriffen, dass ihre Ausbildung äußerst wertvoll sein wird, um wirkungsvoll handeln zu können. Zurzeit besuchen sie in der Hauptstadt Bangui die Quartiere und informieren über die Epidemie und vermitteln die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung ihrer Verbreitung. Sie kämpfen auch gegen gefährliche Gerüchte – solche die Personen die Schuld geben, solche die noch mehr Panik schüren oder umgekehrt dazu führen, sich aufgrund von unnützen Heilmitteln gegen die Krankheit gefeit zu glauben.

Diese jungen Menschen, wie viele in andern Teilen der Welt ebenso, machen uns Mut: obwohl sie mehrheitlich selbst in schwierigen Verhältnissen leben, ergreifen sie  die Initiative zur Aufrechterhaltung wichtiger Beziehungen und zur Fürsorge für die andern.

ATD Vierte Welt, Bangui, Zentralafrikanische Republik

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